Inhalt

KLIMASCHUTZ Nauheim 

In den letzten Jahren hat sich weltweit viel im Bereich Klimaschutz verändert. Immer mehr Länder, Städte und Regionen reagieren auf den Klimawandel und ergreifen Maßnahmen, um seine Folgen zu begrenzen. Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 verpflichteten sich nahezu alle Staaten der Welt, die globale Erwärmung deutlich unter 2°C zu halten und möglichst auf 1,5°C zu begrenzen. Deutschland hat dieses Abkommen unterzeichnet und sich mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) das Ziel gesetzt bis 2045 treibhausgasneutral zu werden.

Auch die Gemeinde Nauheim ergreift Maßnahmen gegen den Klimawandel. Sie ist Teil der Klimakommunen Hessen, wodurch sie die Ziele vom Bund übernommen hat. Sie hat ein Klimaschutzkonzept aufgestellt, das konkrete Handlungsschritte zur Erreichung der Klimaneutralität enthält. Unterstützt wird dieser Prozess durch den Klimaschutzmanager, der die Gemeinde bei der Planung, Umsetzung und Koordination begleitet.

Klimaschutzkonzept

Das Konzept dient als eine strategische Entscheidungsgrundlage sowie Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzaktivitäten. Es verankert den Klimaschutz dauerhaft in der Gemeinde und unterstützt sie dabei Schritt für Schritt klimaneutral zu werden.  Es zeigt auf, welche technischen und wirtschaftlichen Potenziale zur Minderung von Treibhausgasen bestehen, und legt kurze, mittelfristige und langfristige Ziele und Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen fest. Dabei geht es konkret auf die lokalen Besonderheiten der Gemeinde ein und folgt dem Prinzip der Nachhaltigkeit.

Die Erstellung des Klimaschutzkonzepts erfolgte im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Mit ihr initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Der Projektträger Zukunft Umwelt Gesellschaft (ZUG) stellt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz der Gemeinde Nauheim im Rahmen der Fördermaßnahme „Klimaschutzprojekte im kommunalen Umfeld – Kommunalrichtlinie“ Fördermittel zur „Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzepts für die Gemeinde Nauheim (Erstvorhaben)“ zur Verfügung. Das Förderkennzeichen des Vorhabens lautet 67K18229 und die Laufzeit erstreckt sich vom 01.05.2022 bis zum 30.04.2024. Auch die Anstellung des Klimaschutzmanagers bei der Gemeinde Nauheim wird aus diesem Förderprogramm gefördert.

Klimaschutzkonzept der Gemeinde Nauheim

   

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Solarförderprogramm

In Nauheim liegt das größte Ausbaupotential für erneuerbare Energien in Solaranlagen. Durch die frei wählbare Modulanzahl lassen sie sich optimal an jeden Energieverbrauch anpassen und senken neben den Treibhausgasen auch die Stromkosten. Ziel sind nicht nur die gemeindeeigenen Gebäude, sondern alle Gebäude innerhalb des Gemeindegebiets. Einige Bürger haben bereits auf Solarstrom umgerüstet oder sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Gemeinde will diesen Trend fördern.

Zur Motivation und Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen hat die Gemeinde Nauheim ein eigenes Förderprogramm aufgestellt. Die Antragsteller erhalten nach vollständigem Eingang aller benötigten Unterlagen einen finanziellen Zuschuss für ihre Solaranlagen. Wichtige Informationen liefert die Förderrichtline, beantragt wird mit dem zugehörigen Antragsformular. Es gibt einen Antrag für Photovoltaikanlagen und einen für kleine steckfertige Anlagen, sogenannte Balkonkraftwerke.


Wichtiges     Unterlagen

Laufzeit: 01.01.2022 - 31.12.2026


 Förderrichtlinie Solarförderprogramm
Rahmenbedingungen 

in Förderrichtlinie

Förderantrag PV-Anlage
 

Fragen an klimaschutz@nauheim.de 

 

Förderantrag Balkonkraftwerk


Hitzeaktionsplan

Der Hessische Hitzeaktionsplan (HHAP) ist eine prioritäre Maßnahme des integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 und leistet einen Beitrag zur Klimaanpassung im Gesundheitsbereich. Die Hessischen Kommunen sind angehalten, auf dieser Basis eigene Hitzeaktionspläne zu entwickeln. Um die Planung auf kommunaler Ebene zu bündeln, haben sich der Kreis Groß-Gerau sowie13 Städte und Gemeinden zusammengetan und gemeinsam an dessen Erstellung gearbeitet.

Der interkommunal erarbeitete Hitzeaktionsplan gliedert sich in zwei Abschnitte. Einen allgemeinen Rahmen, sowie daran anschließend die Steckbriefe der 13 beteiligten Städte und Gemeinden. Der Hitzeaktionsplan enthält zahlreiche Strategien, um die Bevölkerung zu sensibilisieren, zu informieren und zu befähigen, sich selbst an Hitzeereignisse anzupassen. Darüber hinaus dient er der Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit, insbesondere für vulnerable Gruppen wie kleine Kinder, ältere Menschen oder Personen in prekären Lebenslagen. Mit diesem Hitzeaktionsplan wird eine Orientierungshilfe gegeben und die Handlungsfähigkeit der Kommunen nachhaltig gestärkt.

Hitzeaktionsplan

Hitzeportal Kreis GG

Klimabalkone gesucht – Gemeinsam machen wir Nauheim grüner

Der Klimawandel ist  überall spürbar: heißere Sommer stellen Mensch, Natur und unsere Gemeinde vor große Herausforderungen. Gleichzeitig geht die Biodiversität zurück – viele Pflanzen- und Insektenarten verlieren ihren Lebensraum. Begrünung ist daher eine der wirksamsten und zugleich einfachsten Maßnahmen, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Mit der Aktion „Klimabalkone - gesucht“  sind Bürgerinnen und Bürger im Kreis Groß-Gerau eingeladen, ihren Balkon, ihre Dachterrasse oder die eigene Fensterbank naturnah zu gestalten – und damit aktiv etwas für Klima, Umwelt und Artenvielfalt zu tun.

Klimabalkon: Was ist das?

Ein Klimabalkon ist ein Balkon mit möglichst heimischen, standortgerechten und insektenfreundlichen Wildpflanzen, Kletterpflanzen, Kräutern oder Gemüsepflanzen. Diese sind an unser Klima angepasst und bieten Bienen, Schmetterlingen und vielen weiteren Insekten wertvolle Nahrung und Lebensraum. Gleichzeitig sorgen sie für mehr Grün, Blütenvielfalt und ein angenehmeres Mikroklima – besonders an heißen Sommertagen.
Mit Ihrem Klimabalkon schaffen Sie:
• eine natürliche Kühlung durch Verdunstung
• einen Beitrag zum Schutz der Biodiversität
• eine blühende Wohlfühloase direkt vor Ihrer Tür
• eine natürliche Verschattung durch Kletterpflanzen
• einen kleinen, aber wirkungsvollen Beitrag zur Klimawandelanpassung

Tipps zum Bepflanzen eines Klimabalkons

- Geeignete Pflanzengefäße wählen aus langlebigen Materialien (z.B. aus Ton) in
passender Größe mit Ablaufloch als Schutz vor Staunässe sowie Untersetzer
oder Übertöpfe zur Wasserreserve oder mit Wasserspeicher – nutzen Sie auch die
Vertikale
- Lichtsituation prüfen, danach entscheidet sich die Pflanzenauswahl – sonnig,
halbschattig, schattig, windig
- Wählen Sie möglichst heimische, standortgerechte und insektenfreundliche
Pflanzen oder Kräuter, - fragen Sie in lokalen Gärtnereien, Blumengeschäften
oder auf dem Markt nach den richtigen Pflanzen
- Unterschiedliche Blühzeiten von Frühjahr bis Herbst bieten Insekten und Vögeln
bis in den Winter hinein durchgehend Nahrung
- Nisthilfen und Wasserschalen für Insekten und Vögel
- Chemikalien vermeiden – natürlichen Dünger verwenden
- Gießen Sie sparsam, vorzugsweise morgens oder abends und nutzen Sie
Regenwasser statt Trinkwasser zu verschwenden
- Nutzen Sie torffreie Erde*

*Warum torffreie Erde?

Torffreie Erde schützt Moore, die zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern der Erde gehören. Beim Torfabbau werden Moore entwässert, wodurch gespeicherter Kohlenstoff als CO₂ freigesetzt wird und wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Durch die Verwendung torffreier Erde kann man Moore, Klima und Biodiversität aktiv schützen.

 Pflanzenliste

Kreisweiter Fotowettbewerb

Begleitend zur Kampagne findet ein kreisweiter Wettbewerb statt.
Alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Groß-Gerau sind eingeladen, teilzunehmen – ganz gleich, ob Balkon, Dachterrasse oder Fensterbank: Jede begrünte Fläche zählt!
So machen Sie mit:
• Gestalten Sie Ihren Klimabalkon
• Fotografieren Sie Ihr Ergebnis
• Senden Sie Ihre Fotos bis zum 31. August 2026 per E-Mail an: klima@kreisgg.de
Im Anschluss werden die eingereichten Beiträge von Fachleuten aus dem Landkreis bewertet.
Die ersten drei Gewinnerinnen und Gewinner erhalten Gutscheine von lokalen Gärtnereien:
1. Platz: 150 €
2. Platz: 100 €
3. Platz: 50 €
Die Preisverleihung für den „Klimabalkon des Jahres 2026“ findet im Rahmen der Woche der Klimaanpassung vom 14. bis 20. September 2026 statt.

 Teilnahmebedingungen

Ausgabe von Wildblumensaamen

Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich über die Aktion zu informieren. Am Mittwoch, den 3. Juni 2026 ist Klimamanger Julian Pfeffer von 15.30 bis 17.30 Uhr im Bürgersaal Nauheim mit einem Infostand präsent. Dort werden Wildblumensamen kostenfrei ausgegeben. Die Aktion findet parallel zum Repair- und Digitalcafé statt, einem Angebot des Ehrenamtsbüros Nauheim.

Projektstelle für Klimaschutz im Kreis Groß-Gerau

Zur Koordination der kommunenübergreifen Aufgaben wurde eine zentrale Projekt-Stelle für Klimaschutz eingerichtet. Diese ist seit Mai 2025 im Rathaus Mörfelden-Walldorf angesiedelt und wird von Isabel Bachem betreut. Interkommunale Zusammenarbeit | Startseite

Als grafische und teilweise inhaltliche Grundlagen wurden die Kampagnenmaterialien „Grünlinge gesucht“ vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie verwendet, die durch den Klimaplan Hessen finanziert wurden.

Klimabalkon_Bild