Was macht eigentlich die Brunnengalerie zur Begrenzung des Grundwasseranstiegs?

Nauheim, den 08.01.2018

 

  • Betrieb der Anlage

 

Die Anlage besteht aus 6 Grundwasserbrunnen, deren Betrieb von einem Messbrunnen aus gesteuert wird, und einem Überlaufschacht am Waldwiesengraben mit 2 Pumpen. Bei einem Grundwasserstand von 86,70 m. ü. NN am Messbrunnen gehen die Grundwasserpumpen 1 und 4 in Betrieb. Bei einem Grundwasserstand von 86,80 m. ü. NN gehen zusätzlich die Pumpen 2 und 6 in Betrieb, bei einem Grundwasserstand von 86,90 m. ü. NN zusätzlich die Pumpen 3 und 5. Bei sinkendem Grundwasser schalten sich die Pumpen 3 und 5 bei 86,65 m. ü. NN aus, die Pumpen 2 und 6 bei 86,60 m. ü. NN und die beiden letzten Pumpen 1 und 4 bei 86,55 m. ü. NN. Unabhängig davon wird Wasser des Waldwiesengrabens zum Schwarzbach gepumpt, wenn bei hohem Wasserstand Grabenwasser in den Überlaufschacht neben dem Graben fließt.

 

Die erste Stufe der Anlage (Pumpe 1 und Pumpe 4) war im Laufe des Jahres 2017 von Januar bis zum 13. Mai mit Unterbrechungen und dann wieder ab 23. November in Betrieb.

 

Die zweite Stufe der Anlage (Pumpe 2 und Pumpe 6) war ab dem 12. Dezember in Betrieb.

 

Die dritte Stufe der Anlage (Pumpe 3 und Pumpe 5) war im Jahr 2017 ab dem 16. Dezember in Betrieb.

Die Pumpen im Überlaufschacht am Waldwiesengraben förderten im Dezember 40.757,16 m³ Oberflächenwasser.

 

Insgesamt leitete die Anlage im Jahr 2017 dem Schwarzbach rund 225.868 m³ Grundwasser und 40.757 m³ Oberflächenwasser aus dem Grabenüberlauf zu, das ist mit insgesamt 266.625 m³ deutlich weniger als in den vergangenen Jahren (2016 - 414.508 m³; 2015 - 388.428 m³; 2014 - 536.884 m³; 2013 - 794.947 m³; 2012 - 453.871 m³).

 

 

 

  • Störungen

 

Die Anlage lief im Jahr 2017 weitgehend störungsfrei. Fehlermeldungen sind nicht aufgetreten.

 

 

 

  • Grundwassermessstelle an der Blechschneise

 

Die o.a. Grundwassermessstelle ist nicht mit der Brunnenanlage verbunden. Sie dient lediglich zur Kontrolle und Beobachtung, ob und in welchem Umfang sich der Betrieb der Anlage auf den Grundwasserspiegel im Wald östlich der Brunnengalerie auswirkt.

Die Grundwasserstände am Messbrunnen Blechschneise werden etwa 1 mal pro Monat manuell mit einem Kabellichtlot gemessen.

Insgesamt stiegen die Grundwasserstände zu Beginn des Jahres 2017 bis März leicht an und gingen bis Ende Juli zurück. Zwischen Juli und November sind nur geringe Veränderungen zu verzeichnen. Seit November 2017 steigen die Grundwasserstände, besonders stark im Dezember auf Grund der häufigen Niederschläge.

Der höchste Jahres-Wert an der Messstelle Blechschneise wurde Ende des Jahres 2017 (die Messung wurde auf Grund der Feiertage am 02.01.2018 durchgeführt) bei 87,72 m ü NN gemessen (das entspricht 0,55 m unter Bodenoberfläche), der niedrigste Wert am 20.07.2017 bei 86,77 m ü NN (das entspricht 1,50 m unter Bodenoberfläche). Die Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Grundwasserstand lag 2017 damit bei etwa 0,95 m. An der Messtelle Im Teich (GWM 4) lag die Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Wert nur bei 0,37 m.