Programmentwicklung der Volkshochschule Nauheim

Von Mitte der siebziger Jahre bis heute

Im folgenden soll die Programmentwicklung der VHS Nauheim von 1976 bis 1999 skizziert werden. Dies geschieht getrennt nach Fachbereichen, um eine höhere Transparenz zu erzielen und das Auffinden gesuchter spezifischer Informationen zu erleichtern.

 

Die jenigen Kurse, die thematisch fachübergreifend angelegt sind, werden in den beiden betreffenden Fachbereichen berücksichtigt; dies betrifft jedoch nur wenige Kurse.

 

Es sind jeweils alle in den Programmheften angekündigten Veranstaltungen in die Darstellung aufgenommen, unabhängig davon, ob sie tatsächlich zustande kamen oder nicht; dieser Bericht versteht sich insofern als eine Analyse des Angebotes Seitens der VHS Nauheim. Über das Zustandekommen der Angebote entscheidet i. d. R. das Interesse der erreichten Bürgerinnen und Bürger; ganz selten fällt ein Angebot wegen Erkrankung der Kursleitung o.ä. weg. Nicht berücksichtigt sind Angebote der VHS Nauheim, die im laufenden Semester zusätzlich zum planmäßigen Angebot aufgestellt wurden. Ebenfalls nicht behandelt wird das Angebot der Beratungsstelle für Weiterbildung in Nauheim.

 

SPRACHEN

In der zweiten Hälfte der Siebziger bot die VHS Nauheim hauptsächlich Englisch-, daneben Französisch- und Spanisch-Kurse an. Diese Sprachen bilden durchweg den festen Kern des Sprachangebotes. In 1977 gab es daneben noch ”Deutsch für Deutsche”.

 

Neuerungen in der ersten Hälfte der Achtziger waren ”Deutsch als Fremdsprache”, ”American-Conversation” (geleitet von einem amerikanischen Lehrer) und ”Deutsch für Amerikaner” (diese Kurse entstanden in Zusammenarbeit mit der Airbase Frankfurt für die dort stationierten Amerikaner) und ein Englisch-Konversationskurs , in dem englische Theaterstücke und Kurzgeschichten diskutiert wurden.

 

Englisch-Konversationskurse wurden in der zweiten Hälfte der Achtziger häufiger angeboten. Auch wurden kontinuierlich Italienisch-Kurse bereitgestellt. Neuerungen stellten daneben die Kurse ”Türkisch für Anfänger” (1988/89) sowie ”Deutsch für Ausländer/innen” und ein Gebärdensprachkurs, außerdem ein Englisch-Kurs für Kinder (alle drei Kurse in 1989/90). Der Englisch-für-Kinder-Kurs wurde in der ersten Hälfte der Neunziger weitergeführt, ebenso bis 1992 die Italienisch-Kurse. Es etablierte sich ”Deutsch für Ausländer/innen”; diese Kurse wurden fortlaufend bis 1997 angeboten. Auch in den Sprachen Spanisch und Französisch wurden nun Konversationskurse angeboten.

 

Seit Herbst 1998 sind keine Spanisch-Kurse sowie seit Herbst 1999 keine Französisch-Kurse mehr im Programmangebot der VHS Nauheim. Somit muss sich der Sprachinteressierte - außer für Englisch - für andere Landessprachen an das Angebot der KVHS Groß-Gerau wenden.

 

MATHEMATIK

Mathematik-Kurse gab es in Nauheim bis 1983. So wurde beispielsweise im Arbeitsplan 1976/77 Mengenlehre und im Arbeitsplan 1982/83 berufsbegleitende Mathematik angeboten.

 

LÄNDERKUNDE

Veranstaltungen der Länderkunde fanden in Form von Lichtbilder-Vorträgen statt. In der zweiten Hälfte der Siebziger wurde über das nachkoloniale Afrika mit dem Schwerpunkt Uganda referiert (1978/79). In der ersten Hälfte der Achtziger fand nur ein Vortrag statt: ”Bali-Insel des Sonnenaufgangs” (1984/85). Von 1986 bis heute wurde in jedem Programm bis zu drei länderkundliche Vorträge angeboten.

 

Folgende Länder, Städte, Regionen und Kulturen wurden vorgestellt: Europäische Städte, das schottische Hochland, die sizilianische Kultur (hierbei handelte es sich um einen wöchentlichen Kursus vorrangig für iitalienische Jugendliche), Hellas, die Toskana, Türkei, Israel, Saas Fu (Hochalpenregion des Schweizer Kantons Wallis), Andalusien, Mexiko, Chile, Kreta, die Kanarischen Inseln, Lanzarote, Madeira, Marokko, der Golf von Neapel, Venedig und Venetien sowie Algarve und Lissabon.

 

HEIMATKUNDE

In 1980 waren ”Das Wispertal und der Mittelrhein” Thema einer Veranstaltung, die vier abendliche Sitzungen und eine Tagesexkursion umfaßte. Im Arbeitsabschnitt 1985/86 wurde dem Naturliebhaber die ”Heimatländische Natur” mittels eines – teilweise musikalisch untermalten – Diavortrags nähergebracht; zusätzlich bestand die Möglichkeit, die ”Wildblumen unserer Heimat” kennen zu lernen. Dieser Diavortrag wurde im Herbst 1998 noch einmal angeboten.

 

POLITISCHE BILDUNG

In den Jahren 1975-1985 konnten Jugendliche in der ”AG Berufsausbildung” über aktuelle Probleme der Berufsausbildung und über ihre eigene Situation am Arbeitsplatz und in der Schule diskutieren. Zusätzlich nahmen Kommunalpolitiker und Experten in Podiumsdiskussionen Stellung zu aktuellen Problemen in der Reihe ”Kommunalpolitik aktuell”; es bestand die Möglichkeit, mit dem Bürgermeister und anderen namhaften Politikern am ”Bürgerstammtisch” zu diskutieren und es wurde über ”Die Steuerreform und ihre Auswirkungen” referiert (alle drei Veranstaltungen im Arbeitsplan 1976/77).

 

In der zweiten Hälfte der Achtziger war jedes Jahr etwas für politisch Interessierte dabei: So wurde in 1985/86 die Teilnahme an einer Plenarsitzung in Bonn inklusive einer Stunde Gespräch mit Abgeordneten der verschiedenen Fraktionen angeboten. In 1986/87 ging es nach Straßburg zum Europäischen Parlament; darüber hinaus wurde in dem Kurs ”Start in den Beruf” Bewerbungshilfe geleistet und über viele berufsrelevante Themenfelder aufgeklärt, wie Ausbildungsverträge, das Jugend- und Arbeitsschutzgesetz, das Arbeitsrecht, die Tarifverträge, die Gewerkschaft, der Betriebsrat, die Sozialversicherung und die Lohnsteuer. 1987/88 konnte man an fünf Abenden ”Soziale Sicherungssysteme” kennenlernen (dieser Kurs entstand in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Arbeit und Leben, dem Ortskartell Nauheim und der Akademie der Arbeit, Frankfurt am Main).

 

Zusätzlich wurde der ausländisch-deutsche Arbeitskreis gegründet (in Zusammenarbeit mit dem Büro des Ausländerbeauftragten, Groß-Gerau und dem Ortskartell Nauheim). Dieser Arbeitskreis hatte auch noch in 1988/89 bestand. 1988/89 waren außerdem italienische und deutsche Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen, sich mit ihrem Alltag auf dem Hintergrund der verschiedenen Traditionen und Kulturen auseinander zu setzen in dem Kursus ”Alltag, Tradition und Lebenskultur”.

 

In den Neunzigern gab es nur ein Programm, das Veranstaltungen mit politischer Thematik auswies, nämlich das Programm 1992/93: In einem Diavortrag wurde die soziale Situation der Einwohner Chiles erörtert, um einen Einblick in das Leben und die Problematiken in der Dritten Welt zu ermöglichen. Zusätzlich wurde in einem Vortrag über Georg Büchner nicht nur über dessen Erzählungen, sondern auch über Büchners Äußerungen in seinem politischen Flugblatt ”Der Hessische Landbote” referiert.

 

RECHT

In der zweiten Hälfte der Siebziger wurden in der Veranstaltung ”Jugendrechtsfragen” (76/77), die sich gleichermaßen an Jugendliche sowie Erwachsene richtete, verschiedene, insbesondere für Jugendliche relevante Rechtsbereiche erörtert, wie z.B. der Jugendarbeitsschutz und das Jugendstrafrecht.

 

In den Achtzigern wurden zwei Veranstaltungen der Rechtsthematik gewidmet. In 1982/83 fand die Vortragsreihe ”Rechtsprobleme im Alltag” statt, die sich in fünf Einzelvorträgen mit der Einführung in die verschiedenen Rechtsgebiete, dem Kauf, dem Miet-, Ehe- und Familienrecht und mit den Rechtswegen befaßte. In 1984/85 standen dann die Verbraucherschutzgesetze auf dem Plan; sie wurden in einem Vortrag behandelt.

 

Ab den Neunzigern fanden keine Veranstaltungen mit rechtlicher Thematik mehr statt.

 

KAUFMÄNNISCHE KURSE

Im Bereich der kaufmännischen Kurse wurde vorwiegend Maschinenschreiben und Stenographie unterrichtet. Das Unterrichtsangebot hat sich in den letzten 25 Jahren kontinuierlich verringert. Waren bis Mitte der Achtziger zumeist jeweils zwei Schreibmaschinen- und Stenographiekurse wählbar, so war in den Folgejahren bis Anfang der Neunziger meistens jeweils nur noch ein Kurs im Angebot enthalten.

 

Seit den frühen Neunzigern wurde außer in 1994/95 keine Stenographie mehr unterrichtet; es fand jedoch jeweils ein Schreibmaschinenkurs statt. Zusätzlich konnte man sich im Herbst 1998 die Briefgestaltung nach DIN 5008 aneignen. Im Frühjahr 1999 wurde zusätzlich ein Bewerbungstraining angeboten, das sich ganz der schriftlichen Bewerbung widmete, vom Anschreiben bis zum Lebenslauf.

 

WERKEN UND MALEN / KÜNSTLERISCHES UND HANDWERKLICHES GESTALTEN

In quantitativer Hinsicht können im Bereich künstlerisches und handwerkliches Gestalten in den letzten 25 Jahren drei Abschnitte erkannt werden: In den Jahren 1976/77 bis 1986/87 war ein erheblicher Anstieg des Angebotes zu verzeichnen (von ca. fünf Kursen pro Arbeitsplan in Mitte der Siebziger auf ca. 10 Kurse pro Arbeitsplan in Mitte der Achtziger). In den Programmen von 1987/88 bis Herbst 1997 hielt sich das Angebot relativ konstant zwischen fünf und 7 Kursen pro Arbeitsabschnitt (Ausnahmen: nur vier Kurse in 1990/91 und 12 Kurse in 1992/93). Ab Frühjahr 98 sackte der Umfang des Angebotes auf ca. drei Kurse pro Arbeitsplan ab.

 

Das Angebot reichte von "Keramischer Gestaltung" über "Ikebana", "Bauernmalerei" und "Modellieren mit Salzteig" bis hin zu ”Basteln mit Gewürzen”, ”Glasbilder in Tiffany-Technik", "Seidenmalerei" und "Kreatives Gestalten".

 

HAUSWIRTSCHAFT

Die Kurse der Hauswirtschaft lassen sich in Handarbeitskurse und in Koch- und Backkurse einteilen. Wir wollen die Entwicklung in den beiden Gruppen getrennt betrachten.

 

1. Handarbeiten

In der zweiten Hälfte der Siebziger wurden ”Zuschneiden und Nähen”, ”Handarbeiten – textiles Werken”, und ”Handarbeiten – nur für Seniorinnen” angeboten. In der ersten Hälfte der Achtziger finden sich in jedem Programm Kurse, in denen ”Zuschneiden und Nähen” gelehrt wurde. Ergänzt wurde diese Grundversorgung mit Klöppeln, Sticken und Makramee.

 

In der zweiten Hälfte der Achtziger wurde jedes Jahr genäht. 1989/90 wurde erstmals ein Nähkurs am Vormittag angeboten. Ergänzend gab es 1985/86 die Kurse ”Bedienung einer Nähmaschine”, ”Stricken” und ”Weben”.

 

Ab den Neunzigern wurde zusätzlich eine Kinderbetreuung während eines Kurses bereitgestellt. Neu waren 1997/98 die Kurse ”Patchwork” und ”Reparaturen mit der Nähmaschine”.

 

2. Kochen und Backen

In der zweiten Hälfte der Siebziger war die Kalte Küche angesagt. So gab es 1976/77 ”Kalte Köstlichkeiten” und die ”Kalte Küche für Sie und Ihn”. Außerdem gab es Kochkurse für Kinder und welche für Jugendliche. Daneben bereitete man ”Exotische Früchte und Gemüse”.

 

In den Achtzigern wurden mehrere Kurse pro Arbeitsabschnitt angeboten. Nach den oben genannten Themen folgten bis 1990 ”Die Kalte Küche”, ”Die Internationale Küche”, ”Gästebewirtung”, ”Kochen im Stil unserer Urlaubsländer”, ”Frisches Brot selbst gebacken”, ”Vollwertkost”, die ”Französische Küche”, die ”Asiatische Küche” und ”Obstverwertung”. Mit ”Backen und Kochen für Kinder”, ”Backen für Kinder” und ”Kochen und Backen für Singles und junge Paare” wurden auch zielgruppenorientierte Kurse angeboten.

 

In den Neunzigern wurden zumeist drei Kurse pro Arbeitsabschnitt bereitgestellt. Die 1988/89 begonnene ”Obstverwertung” wurde bis 1992/93 weitergeführt. Bereits in Vergessenheit geratene Rezepte und Zubereitungsweisen wurden mit ”Großmutters Küche” und ”Großmutters Rezepte” wieder in Erinnerung gebracht. Weniger bekannte Variationen mit Käse wurden den Teilnehmer/innen in den Kursen ”Rund um den Käse” und ”Die große Käseküche” nähergebracht.

 

Was andere Völker so essen, konnte man 1993 bis 1995 in mehreren Kursen ”Aus fremden Küchen erfahren und nachahmen. Aber auch die lukullische Vielfältigkeit hierzulande wurde in ”Kochen in Deutschlands Regionen” gewürdigt. Außerdem standen auf dem Speise(fahr)plan ”Eine lukullische Reise durch Italien und die ”Chinesische und indonesische Küche“. Zusätzlich standen 1991/92 zur Auswahl: ”Wir erwarten Gäste”, ”Geschenke aus der Küche” und ”Kochen mit Knoblauch und Kräutern”. ”Frisches Brot selbst gebacken” und ”Kochen mit Nudeln, Kartoffeln, Reis und Co” folgten 1994 bis 1996.

 

Ab 1996/97 steigerte sich der Angebotsumfang noch einmal. Es wurden zwischen vier und sieben Kursen pro Arbeitsabschnitt angeboten. Auffällig war das Neuangebot an solchen Kursen, bei denen der Gesundheitsaspekt eine große Rolle spiele. So wurde des öfteren ”Trennkost” zubereitet; ”Schmackhaftes ohne Fleisch” sowie ”Desserts und Bäckereien aus der Vollwertküche” standen auf dem Speiseplan. Im Frühjahr 1998 ging es dann allgemein um ”Vollwerternährung” in dem gleichnamigen Wochenendkurs. ”Die Ernährungstherapie der hl. Hildegard von Bingen” stand im Mittelpunkt des Interesses erst eines Wochenendkurses im Frühjahr 1998, dann eines wöchentlich stattfindenden Kurses im darauf folgendem Frühjahr 1999.

 

Manchmal musste es aber auch einfach schnell gehen – dieses Motto war der Ausgangspunkt der Kurse ”Schnelle Küche”. Schlemmen nach Herzenslust konnten die Teilnehmer/innen der beiden Kurse ”Die italienische Schlemmerküche”, die im Frühjahr 1998 abgehalten wurden. Auf große Resonanz stieß der erstmals im Herbst angebotene ”Bierbraukurs”, der an nur einem Abend zeigte, wie man mit einfachen Mitteln 10-20 Liter Bier zu Hause brauen kann. Dieser Kurs wurde danach gleich mehrmals angeboten und würde auch heute noch im Programm stehen, wenn die VHS keine Probleme mit der Lagerung der Bierfässer gehabt hätte.

 

Mehrmals ab Herbst 1997 bis Herbst 1999 konnte man auch die „Südamerikanische Küche“ sowie die ”Mexikanische und südamerikanische Küche” bereisen. Männern die ”Angst vor dem Kochtopf” zu nehmen, das hatte sich der erstmals im Herbst 1999 angebotene, zielgruppenorientierte ”Schnupperkochkurs für Männer” zur Aufgabe gemacht.

 

Heute sind es unter anderem die "Asiatische Küche" sowie "Kochen mit dem Wok", die großen Zuspruch finden. Neu ins Programm wurde ab Frühjahr 2003 (bedingt durch den Umbau der Schulküche der Nauheimer Grundschule) "Wellness und Kochen" sowie "Wellness und Heilfasten" mit aufgenommen. Seit dieser Zeit findet mindestens ein Mal im Monat ein Wellnesswochenende mit außergewöhnlichen Kursthemen in Bad Mergentheim statt. Jeweils im Frühjahr und im Herbst kann man eine Woche lang "Heilfasten" oder die Grundkenntnisse der "Trennkost" erlernen.

 

GESUNDHEITSPFLEGE / GYMNASTIK / KÖRPERERFAHRUNG

Der in Nauheim seit 1980/81 existierende Fachbereich „Gesundheitspflege / Gymnastik“ wurde in 1988/89 um die Komponente Körpererfahrung erweitert.

 

Der Bereich Gesundheitspflege / Gymnastik / Körpererfahrung ist ein stark expansiver Bereich. Wurden in den Achtzigern um die vier Kurse pro Arbeitsabschnitt angeboten, so waren es in der ersten Hälfte der Neunziger bereits sieben Kurse pro Semester. In der zweiten Hälfte der Neunziger erhöhte sich das Angebot dann auf 14 Kurse pro Halbjahr, wobei der Herbst 1997 mit 21 Kursen und der Herbst 1999 mit jeweils 27 Kursen die Höhepunkte der Volumenentwicklung markieren.

 

In der Zeit von 1980/81 bis 1987/88 konnten sich die Kleinsten in dem Kurs ”Bewegungserziehung für das Kleinkind bis drei Jahren” austoben. Auch die etwas Älteren konnten, gemäß ihres Alters, in dem Kurs ”Sport und Spiel für drei- und vierjährige Kinder” respektive in ”Sport und Spiel für fünf- und sechsjährige Kinder” ihrem Bewegungsdrang nachgeben. Auch wurde für die Seniorinnen und Senioren ein ”Bewegungstraining für ältere Bürger” angeboten. In 1982/83 war auch erstmals ”Bewegungsyoga” im Programm, fortan wurden jedes Jahr bis 2002 zwei oder drei Yoga-Kurse angeboten.

 

Auch über die gesunde Ernährung konnte man in den Vorträgen ”Ernährung des Klein- und Schulkindes” und ”Ernährung im Alter” etwas erfahren. Ergänzt wurde das Angebot ab 1982 durch ”Schwangerschaftsgymnastik/Geburtsvorbereitung“ sowie „Rückbildungs- und Beckenbodengymnastik“. Diese beiden Kurse werden auch heute noch von unserer Hebamme, Frau Heidemarie Veit, angeboten und finden großen Zuspruch.

 

In der Zeit von 1988/89 bis 1996/97 wurde das Kursangebot um die Veranstaltungen der ”Aktion Gesundheit” erweitert. Die ”Aktion Gesundheit” wurde von der AOK Kreis Groß-Gerau und der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau durchgeführt und bereicherte das Angebot um zuerst zwei bis drei Kurse pro Arbeitsabschnitt, später dann, in den letzten Jahren ihres Bestehens, um sechs bis acht Kurse pro Semester.

 

Das Repertoire reichte von ”Vollwertkost”, über ”Autogenes Training” sowie Lebensmittelkunde”, ”Kranke Kinder natürlich pflegen”, ”Gesunde Ernährung”, ”Fasten”, ”Qi Gong”, ”Wirbelsäulengymnastik”, ”Yoga” und ”Psychosomatische Geburtsvorbereitung für Paare”. Außerhalb der ”Aktion Gesundheit” wurde kontinuierlich ”Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen” angeboten. Ebenfalls im Programm wurden ”Meditation”, ”Bauchtanz am Vormittag”, ”Aikido”, ”Shiatsu”, ”Fußreflexzonenmassage”, ”Diättherapie im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin” und der Informationsabend ”Blütenessenzen nach Dr. Bach” mit aufgenommen.

 

ERZIEHUNG / PSYCHOLOGIE

In der zweiten Hälfte der Siebziger wurden im Bereich Erziehung/Psychologie die Kurse ”Spielen und Spielzeug aus pädagogischer Perspektive” und ”Medienkonsum” abgehalten.

 

In den Achtzigern wurde eine ”Elternrunde” angeboten und in den Neunzigern konnte man den Kursus ”Wir feiern Weihnachten in der Familie” und den Informationsabend ”Alternativer Umgang mit Schwangerschaft und Neugeborenen” besuchen. Ebenfalls im Herbst 1998 gab es eine Hilfestellung für ”Alleinerziehende Frauen”

 

EDV

Die Nauheimer Bürgerinnen und Bürger konnten sich von 1989/90 bis 1993/94 direkt in Nauheim bei der Wahl des für sie geeigneten EDV-Kurses beraten lassen. Jedes Jahr organisierte die Beratungsstelle für Weiterbildung der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau einen Beratungsabend mit dem Titel ”Allgemeine Beratung für Interessentinnen und Interessenten von EDV-Kursen”.

 

Außerdem gab es in 1989/90 einen ”Computereinführungskurs für Gehörlose”; ein Wochenendkurs, der in Zusammenarbeit mit dem Gehörlosenortsbund Nauheim entstand.

 

RHETORIK

Die rhetorischen Fähigkeiten konnte man 1980/81 in den Kursen ”Freie Rede” und 1983/84 in ”Sicher sprechen - argumentieren - diskutieren” schulen.

 

LITERATUR / THEATER

In den Achtzigern wurde ein ”Lesekreis für Kinder und Eltern” angeboten und in den Neunzigern wurde ein Vortrag über Georg Büchner gehalten.

 

Angesichts der Rechtschreibereform wurden die neuen Regeln in ”Rechtschreibung neu” eingeübt; den Zugang zu den regionalen Büchereien zu erleichtern war im Herbst 1997das Ziel des Kurses ”Bibliotheken der Region”.

 

RELIGION

Im Kurs ”Christentum und Islam” konnten sich 1980 Interessierte über diese beiden Weltreligionen informieren und über sie diskutieren.

 

SONSTIGES

In der Rubrik ”Sonstiges” sind all jene Veranstaltungen enthalten, die thematisch keinen Bezug zu den aufgeführten Fachbereichen aufweisen.

 

In der zweiten Hälfte der Siebziger waren dies die Kurse ”Eine Zeitung entsteht”, das ”Filmseminar” und die ”Seniorengesprächsrunde”. In den Achtzigern konnte man etwas über ”Die Geschichte des Hörfunks in Hessen” erfahren und bei einem ”Besuch des HR”. Wer wollte, konnte auch einen Blick hinter die Kulissen des Fernsehens werfen; dazu lud 1984/85 die ”Informationsfahrt zum ZDF-Zentrum Mainz-Lerchenberg” ein. Aber auch die Printmedien waren wieder Thema bei der ”Besichtigung des Mainzer Gutenbergmuseums und einer Mainzer Tageszeitung”.

 

In den Achtzigern startete auch das ”Umweltforum Naturschutz”. Erstmals fand es 1983 statt und läuft seitdem kontinuierlich. Auch 2004 zum 100-jährigen Jubiläum des Geflügel- und Vogelzuchtvereins Nauheim e. V. wird dieses Umweltforum angeboten. Es beinhaltet eine Vogelschutzfrühwanderung, einen Diavortrag über die Pflanzen- und Vogelwelt und seit 1990 einen Vortrag über Umweltschutz. Das Umweltbewußtsein förderte auch das ”Umweltseminar”, das sich mit Umweltveränderungen im nördlichen Ried auseinander setzte.