Was blüht im Juni in Nauheim – Wiesenblumen

Nauheim, den 03.06.2019

Nicht nur der von uns Menschen verursachte Klimawandel wird als Bedrohung empfunden. Mindestens ebenso beunruhigend ist der dramatische Rückgang der Artenvielfalt. Besonders die Insekten, die artenreichste Tiergruppe, stehen im Focus: Es gibt immer weniger Insektenarten und auch die Gesamtzahl an Insekten nimmt dramatisch ab. Verantwortlich sind wir Menschen. Nicht nur die intensive Landwirtschaft trägt zum Artensterben bei, es ist auch der Flächenverbrauch für immer mehr und immer größere Siedlungen und Gewerbegebiete und für Verkehrsinfrastruktur. Selbst dort, wo wir wilde Natur eigentlich tolerieren könnten, wird sie zunehmend verdrängt. In Gärten und Grünanlagen findet man immer mehr Steinwüsten aus Schotterflächen, unter welche noch Kunststoffvliese eingebaut werden, damit kein Wildkraut wächst. Auch der großflächige Einsatz von Bioziden gegen lästige Insekten wie Stechmücken erscheint vor dem Hintergrund des Insektensterbens in einem anderen Licht.

Glücklicherweise gibt es aber auch noch bunte und artenreiche Wiesen in Nauheim, direkt vor unserer Haustür: Wiesen, auf denen Wildblumen, Bienen, Käfer, Eidechsen und viele andere Organismen von- und miteinander leben. Jetzt, Ende Mai / Anfang Juni zeigen sich diese Blumenwiesen in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt. Eine der schönsten Wiesen grenzt in Höhe des Groß-Gerauer Rodelbergs an den Waldwiesengraben. Die tiefblauen Blüten des Wiesensalbeis, die zartvioletten Blüten der Skabiose, leuchtend gelbe Blüten des Habichtskrautes und noch viele andere Wiesenblumen locken eine große Schar von Insekten an. Die wiederum dienen Vögeln und Eidechsen, die die Stein- und Altholzhaufen am Rande der Wiese als Ansitzwarte und Versteck nutzen, als Nahrung. Solch artenreiche blühende Wiesen können aber nur gedeihen, wenn die Samen der Wiesenblumen ausreifen und sich aussähen können. In dieser Zeit ist die Wiese gelb bis braun und nicht besonders ansehnlich. Zu frühe und zu häufige Mahd, daran sollten wir denken, erhält eine Wiese zwar länger grün, reduziert aber die Artenvielfalt und verringert ihren ökologischen Wert. Wir sollten viel öfter in Gärten und Grünanlagen Natur Natur sein lassen.

 

Foto: Blumenwiese mit Skabiosen, Wiesensalbei und Habichtskräutern am Waldwiesengraben Höhe Rodelberg