Baum des Monats – Der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua)

Nauheim, den 30.09.2020

Ab Oktober präsentiert sich die Berzallee und die Konrad-Adenauer-Allee in Nauheim in ihren schönsten Farben. Grund sind die hier gepflanzten Amberbäume, die sich bis in den November hinein mit leuchtend gelben, orangefarbenen und roten Blättern schmücken.

 

Der Amberbaum wächst in Nord- und Mittelamerika von New York bis Nicaragua in Auwäldern und wird auch forstwirtschaftlich genutzt. Das Holz ähnelt dem des Nussbaums. Seit 1688 werden Amberbäume als Zierbäume auch in Europa gepflanzt. In seiner Heimat erreichen Amberbäume Höhen von bis zu 45 Metern, in Mitteleuropa nur 10-20 Meter.

 

Warum färben sich die Blätter im Herbst?

 

Die wichtigste Blattfarbe ist das grüne Chlorophyll. Mit seiner Hilfe kann die Pflanze aus Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht Traubenzucker herstellen, den sie als Energiespeicher benötigt. Der dabei als Abfallprodukt entstehende Sauerstoff wird über die Blätter ausgeschieden.

Neben dem grünen Chlorophyll befinden sich in Blättern auch noch andere Farbstoffe wie die gelben Karotinoide und die roten Anthocyane. Sie werden im Sommer vom grünen Chlorophyll überlagert und sind dann sozusagen unsichtbar. Wenn im Herbst die Temperaturen sinken und das Tageslicht zurückgeht, wird das Chlorophyll in den Blättern abgebaut und die anderen Blattfarben kommen zum Vorschein.

 

Ob die Herbstfärbung über ihren ästhetischen Reiz hinaus auch eine ganz konkrete biologische Funktion hat, darüber gibt es mehrere Theorien. Zum einen könnten die gelben und roten Farbpigmente als Sonnenschutz dienen, die die nachteilige Wirkung intensiver Sonneneinstrahlung abmildert. Zum anderen könnten besonders die roten Pigmente im Zusammenhang stehen mit Mechanismen, mit denen sich Pflanzen vor Schadinsekten schützen.

 

Foto: Amberbaum in der Konrad-Adenauer-Allee