Beteiligung am Aktionstag "Schichtwechsel"
Beim Aktionstag „Schichtwechsel“ tauschen jährlich bundesweit Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Arbeitsplätze. Ganz persönlich erfahren die Teilnehmenden die Arbeits- und Lebensrealität des jeweils anderen. Am 24. September war es so weit und erstmals war die Gemeinde Nauheim mit dabei. Der Tag dient dazu, Klischees abzubauen und auch Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu bieten, sich bei potenziellen Arbeitgebern vorzustellen.
Der Austausch erfolgte gemeinsam mit den Werkstätten für Behinderte Rhein-Main e.V. (WfB) in Rüsselsheim. Beide Beteiligte arbeiten bereits seit langem vertrauensvoll zusammen: Drei Personen der WfB sind aktuell bei der Gemeinde Nauheim beschäftigt.
Drei Mitarbeitende der Gemeinde erlebten am Aktionstag einen eindrucksvollen Perspektivwechsel
Jeanette Fuß, Leiterin der „Natur-Kita“ bot einen Tauschplatz in der Einrichtung der Gemeinde Nauheim an. Ihr Resümée: „Eine richtig positive Erfahrung“. Eine Teilnehmerin der WfB begleitete die Kita-Leitung, erledigte gemeinsam mit ihr Bürotätigkeiten und half bei der Kinder-Betreuung.
Auch seitens der Verwaltung kam es zum „Schichtwechsel“ vom Schreibtisch direkt in die Werkstätten der WfB. Bürgermeister Marc Friedrich lernte die Elektromontage kennen, Pressesprecherin Annabelle Faude die Gruppe der Hauswirtschaft der WfB.
Los ging es mit einer informativen Führung durch die Werkstätten und die Tagesförderstätte. Am Standort in Rüsselsheim sind gut 230 Menschen mit einer Beeinträchtigung beschäftigt. Viele kommen nach ihrem Schulabschluss von der direkt nebenan gelegenen Helen-Keller-Schule in die Werkstätten für Behinderte Rhein-Main. Ziel ist neben der Beschäftigung auch die Förderung – soweit möglich – in ein Arbeitsverhältnis außerhalb der Werkstätten.
Inklusion im Alltag in der Gemeinde Nauheim
„Für mich waren die Stunden vor Ort beeindruckend, bereichernd und zugleich nachdenklich stimmend“, fasst Bürgermeister Marc Friedrich seinen Einsatz zusammen.
„Der Aktionstag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig echte Begegnungen auf Augenhöhe sind und wie viel wir voneinander lernen können. Die Einblicke geben neue Perspektiven und machen Inklusion unmittelbar erlebbar“, ist sein Fazit.
In der Elektromontage werden Gaszählwerke verschraubt und für den Versand fertig gestellt. Ein Beschäftigter der WfB erklärte als „Pate“ Marc Friedrich die nötigen Arbeitsschritte. Neben der Tätigkeit führte auch ein gemeinsames Mittagessen alle Beteiligten zusammen.
„Inklusion hat für uns in Nauheim seit vielen Jahren einen festen Platz“, erläutert der Rathauschef. „Gemeinsam mit der WfB Rhein-Main leben wir dieses Verständnis nicht nur in Worten, sondern ganz konkret im Alltag. Wir beschäftigen aktuell drei Mitarbeitende, die über die WfB an die Gemeinde Nauheim vermittelt wurden. Sie leisten mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag in unseren gemeindlichen Einrichtungen.“
Die Verwaltung der Gemeinde Nauheim greift den Aktionstag als Impuls auf, um eine Erweiterung der Zusammenarbeit mit der WfB zu prüfen.
Für die herzliche Begleitung des Aktionstags und Offenheit zum Tausch in unsere „Natur-Kita“ geht ein großer Dank an die Organisatoren der WfB in Rüsselsheim.